Ich weiß selbst nicht so richtig wo dieser Text hinführen wird, aber nach längerer Zeit überkommt mich wieder das Verlangen meine wirren Gedanken mit euch zu teilen. Ich war schon immer ein sehr empathischer Mensch. Wenn ich sehe, dass es jemandem schlecht geht, dann geht mir das sehr nah. Wenn ich Ungerechtigkeit erkennen kann, dann will ich etwas dagegen tun. Doch ganz häufig sind mir die Hände gebunden, und ich kann nichts weiter machen, als dabei zuzuschauen, wie sich das Leid auf der ganzen Welt verbreitet.

Am Umziehen liebe ich am meisten das Dekorieren. Mein Herz geht auf, wenn ich neue Kerzen, Duftöle oder Blumen kaufen, und damit den Räumen einen neuen Flair geben kann. Morgen wird endlich mein Schminktisch geliefert, den ich mir für das neue Schlafzimmer bestellt habe. Auch ein neuer Spiegel ist geplant – zwar habe ich aus meiner alten Wohnung das meiste mitgenommen, trotzdem habe ich mich an den Sachen total satt gesehen. Außerdem hat sich mein Geschmack etwas verändert. Ich stehe zwar immer noch auf edle und verspielte Details, aber ich bin viel "cleaner" geworden. Die Mischung macht's.

Stell dir vor die Welt wäre frei von Kritik. Es gäbe niemanden, der dir sagen würde, was du besser machen könntest. Niemanden, der auf Missstände aufmerksam machen würde. Niemanden, der irgendwas hinterfragen würde. Positive Energie wohin man nur schaut. Schließlich stiften Menschen, die andere kritisieren schlichtweg Unruhe. Sie sind „sowieso nur neidisch“. Jeder sollte vor seiner eigenen Haustür kehren, gen dem Motto „Wer frei von Schuld ist, der werfe den ersten Stein“. Aber ist es nicht notwendig verschiedene Verhaltensweisen und Geschehnisse zu hinterfragen? 

Einen ‚happy place‘ erschaffen. Seine Leser aus der Realität holen, und sie in die Welt der Banalitäten entführen. Das sind die häufigsten (angeblichen) Intentionen der Blogschreiber, wenn sie erklären müssen, warum er grundsätzlich von oberflächlichen Themen handelt. Versteht mich nicht falsch, daran ist nichts verwerflich.  Aber ich brauche euch nicht zu erzählen, dass ich das auf meinem Blog etwas anders handhabe. Nicht etwa, weil ich ein von Grund auf unglücklicher Mensch bin, und meine Leser da mit hineinziehen möchte. Sondern weil ich mich gerne mit allen Facetten des Lebens befasse. Jeder versucht schon fast krampfhaft glücklich zu sein. Wir reden uns immer wieder ein, dass wir nur positive Gedanken zulassen dürfen und uns dieses dunkle Loch nicht ewig gefangen halten darf. Und genau deshalb fangen wir an uns vor der Traurigkeit zu fürchten. Aber sie gehört nun mal dazu. Glück ist nicht das einzige, für das es sich zu leben lohnt. Das mag sich merkwürdig anhören, aber wenn man genau darüber nachdenkt, liegt es auf der Hand.

Lang ist's her als ich mich das letzte mal einfach so vor den Laptop gesetzt und drauf los geschrieben habe. In den letzten Wochen habe ich den Blog etwas vernachlässigt, jedoch hatte ich gute Gründe dafür. Seit Februar habe ich Vollzeit in einer Redaktion gearbeitet, anstatt die Uni-Bank zu drücken. Grund dafür war ein Praxissemester, dass ich direkt nach dem Wintersemester begonnen hatte. Ich habe also die Semesterferien ausgelassen, um es direkt "hinter mich" zu bringen, und so habe ich jetzt das erste Mal in diesem Jahr Freizeit! Das freut mich natürlich sehr, weil ich nicht nur plane hier wieder etwas aktiver zu werden, sondern auch weil ich dann ein bisschen an meinem neuen Zuhause werkeln kann. Vor wenigen Stunden habe ich die letzten Kisten aus meiner Wohnung geschleppt und bin nun endlich draußen. Irgendwie fällt damit ein riesen Ballast von mir ab.